Altruismus im Unternehmertum / Erfolg mit Verantwortung

Altruismus im Unternehmertum / Erfolg mit Verantwortung

Immer mehr drängt die amerikanische Mentalität des Unternehmertum's in die Köpfe deutscher ,,Start-Up''-Gründer. Eines der bekanntesten Beispiele ist die ,,Failure Culture'' der Amerikaner, dort ist es absolut keine Schande eine Insolvenz anzumelden, fast schon eine Tugend und Pflicht dies einmal getan zu haben. Selbstverständlich lernt man aus Fehlern und dies ist wohl auch das erste Argument, was von den Verteidigern dieser Mentalität angeführt werden wird. Das Problem ist nur, dass unter einer Insolvenz im Ernstfall der Geschäftsführer am wenigsten leidet, sondern viel mehr die Lieferanten, Sub-Unternehmer und die Angestellten. Nach einer Firmeninsolvenz werden die Schulden der Firma abgewickelt und mit der Insolvenzmasse verrechnet, der Geschäftsführer kann ohne Probleme eine neue Firma gründen, so lange er sich nicht aufgrund von Verschleppung oder ähnlichem strafbar gemacht hat. Es gibt viele Fälle, in denen Unternehmer aus einer Insolvenz deutlich gestärkter und solventer herausgehen, als sie es vorher waren. Mit dem ehrenhaften Kaufmann, der die deutsche Wirtschaft aufgebaut hat, hat diese Ansicht und Mentalität nicht mehr viel zutun. Die deutsche Wirtschaft ist stark geworden, weil Unternehmer ihr Unternehmen geliebt haben und es nicht aufgrund von Profitgier an Manager und Investoren verkauft haben oder durch den Entzug der Haftung  ohne Risikomanagement untergehen lassen haben. Ein wichtiger Pfeiler für langfristigen Erfolg ist ein gesunder Altruismus in Verbindung mit der eigenen Firma. Als ein gutes Beispiel für einen Unternehmer nach den alten Vorstellungen kann Wolfgang Grupp erwähnt werden. Dieser hat absichtlich die Rechtsform seiner Firma ,,Trigema'' von einer GmbH & Co. KG zu der Rechtsform des eingetragenen Kaufmannes geändert, um bei Fehlverhalten auch mit seinem Privatvermögen zu haften. Durch die private Haftung sitzen wirklich die Angestellten und der Chef in einem Boot. Hiermit soll nicht gemeint sein, dass Formen wie die deutsche GmbH schlecht sind, sondern viel eher, dass der Umgang mit Firmen sich in Deutschland in eine negative Richtung geändert hat. Die Verantwortung der Selbstständigkeit sehen viele Gründer der heutigen Zeit nicht mehr wirklich und sehen sich immer auf der sicheren Seite. Eine Kapitalgesellschaft hat enorm viele Vorteile im Bezug auf Strukturen, Steuern u.v.m., die ,,Start-Up'' Mentalität gehört nicht dazu. Eventuell hat es schon mit der Begrifflichkeit ,,Start-Up'' angefangen, zu viele Menschen mit einer falschen Mentalität in die Selbstständigkeit zu bringen. Zusätzlich wird in den sozialen Medien oft die Selbstständigkeit als einziger richtiger Weg angepriesen und gerade wir als Beratungsunternehmen sagen ganz eindeutig, nein, nicht jeder sollte oder muss sich selbstständig machen. Ein gesundes Verantwortungsbewusstsein muss auch in der heutigen Zeit dazu gehören, denn nicht ohne Grund ist jeder Geschäftsführer in Deutschland per Gesetz dazu verpflichtet, sich nicht nur mit seiner ausgeübten Tätigkeit auszukennen, sondern auch seinen Pflichten als Kaufmann nachzugehen.

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